Horrorfilm-Atmosphäre beim Theaterstück „Shadows In The Woods“

Der Ergänzungskurs „Theater“ des 10. Jahrgangs unter der Leitung von Frau Horstmeier brachte am 22. Juni mit dem selbst entwickelten Stück „Shadows In The Woods“ eine spannende Horror-Geschichte auf die Bühne. Der Kurs hatte sich vorgenommen, die Atmosphäre eines klassischen amerikanischen Horror-Teenie-Films in ein Theaterstück zu übertragen.

Ausgehend von der Grundidee einer Gruppe von Mädchen aus schwierigen familiären Verhältnissen, die während eines Survival-Camps tief in die Wälder rund um Bethany bei Portland vordringen und dort auf eine verlassene Hütte stoßen, entwickelte der Kurs ein vielschichtiges Stück, das über einen klassischen Horrorfilm hinausgeht. Neben spannenden Gruselelementen standen vor allem die Lebensgeschichten der Figuren im Mittelpunkt. Jedes der Mädchen bringt seine eigenen Erfahrungen mit Verlust, Gewalt, Vernachlässigung oder psychischen Belastungen mit ins Camp. Die Hoffnung auf einen Neuanfang verbindet sie – doch stattdessen geraten sie in einen Albtraum.

Besonders eindrucksvoll war die Erzählweise des Stücks. Die Handlung wechselte ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Während in der Vergangenheit die Mädchen immer tiefer in die unheimlichen Ereignisse rund um die Waldhütte hineingezogen werden, versuchen in der Gegenwart die Forensikerin Bloom, die junge Ermittlerin Hale und die herrische Kommissarin Vane das mysteriöse Verschwinden der Jugendlichen aufzuklären. Zusätzliche Videoeinspielungen, die als Handyaufnahmen aus einem früheren Sommercamp inszeniert waren, gaben den Zuschauerinnen und Zuschauern nach und nach weitere Hinweise auf die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit und sorgten für echtes Horrorfilm-Flair.

Im Laufe der Ermittlungen wird deutlich, dass Kommissarin Vane selbst etwas zu verbergen hat. Gleichzeitig verdichten sich die alten Legenden um die einsame Hütte: Einst soll dort eine Familie mit zwei Töchtern gelebt haben, die mit ansehen mussten, wie ihre Eltern grausam ermordet wurden. Seitdem, so erzählt es die Legende, verlässt niemand die Hütte lebend. Vergangenheit und Gegenwart nähern sich immer weiter an, bis schließlich klar wird, dass die Wahrheit viel näher liegt, als die Ermittlerinnen zunächst vermutet hatten.

Parallel dazu eskaliert die Situation in der Hütte immer weiter. Unerklärliche Geräusche, Schritte rund um das Gebäude, wiederkehrendes Klopfen an Türen und Fenstern und flackerndes Licht treiben die Mädchen zunehmend in Angst und Misstrauen. Nach und nach verschwinden die ersten von ihnen spurlos. Eine blutverschmierte Jacke, verzweifelte Suchaktionen und immer neue Hinweise lassen die Situation endgültig außer Kontrolle geraten. Am Ende bleibt die Hütte verlassen zurück – und obwohl die Geschwister Vane schließlich von den Ermittlerinnen gestellt werden, erklingt noch ein letzter Todesschrei aus dem Wald. Ob wirklich alle Fragen beantwortet sind oder der Wald selbst ein dunkles Geheimnis bewahrt, bleibt bewusst offen.

Zur stimmungsvollen Atmosphäre trugen neben dem intensiven Schauspiel auch Licht- und Toneffekte sowie die eingespielten Videosequenzen bei, die das Publikum immer tiefer in die Handlung hineinzogen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen ließen es sich einige Eltern, Geschwister sowie ein paar Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe nicht nehmen, das Endprodukt des ERG-Kurses zu bestaunen. Die Mischung aus Spannung, emotionalen Momenten und überraschenden Wendungen sorgte dafür, dass das Publikum bis zum Schluss mitfieberte und die jungen Schauspielerinnen mit großem Applaus für ihre beeindruckende Leistung belohnte.

Die Geschwister Vane wurden von Milla Bröderhausen und Lara Huhnstock gespielt, die Ermittlerinnen Hale und Bloom von Lisa Gerkensmeier und Salsabil Al Sahli. In die Rollen der Camp-Teilnehmerinnen schlüpften Lina Benne, Bevin Meyer, Andreea Ciuciuc, Florentine Gaus, Lotta Hartmann, Anna Altenschmidt, Isabell Kolb und Sarah Teuber. Gemeinsam gelang es dem Kurs, ein selbst entwickeltes Theaterstück auf die Bühne zu bringen, das Horror, Spannung und ernste gesellschaftliche Themen auf eindrucksvolle Weise miteinander verband.