Auf großer Bühne über die eigene Zukunft sprechen: Diese besondere Erfahrung machten Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs der Gesamtschule Hüllhorst beim Deutschen Ausbildungsforum (DAF) am 20. Mai im Kaiserpalais in Bad Oeynhausen. Im Rahmen eines interaktiven Live-Workshops diskutierten sie gemeinsam mit Jugendforscher Simon Schnetzer vor Fachpublikum über Ausbildung, Berufswahl und Zukunftsperspektiven.
Die Teilnahme kam durch eine Kooperation mit AUBI-plus zustande. Bereits im Februar hatten alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 an der bundesweiten Trendstudie ,,Jugend in Deutschland 2026“ teilgenommen. Die Studie untersucht unter anderem die Erwartungen junger Menschen an ihre Zukunft, ihr Wohlbefinden, ihre Vorstellungen von Arbeit und Beruf sowie den Einfluss digitaler Medien und Künstlicher Intelligenz.
Die Antworten der Hüllhorster Jugendlichen wurden von Simon Schnetzer und seinem Team ausgewertet und mit den bundesweiten Daten verglichen. Einige ausgewählte Ergebnisse wurden anschließend in zwei Online-Workshops mit einer Gruppe freiwilliger Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule vertieft. Dabei tauschten sich die Jugendlichen gemeinsam mit dem Jugendforscher über verschiedene Themen der Studie aus und reflektierten ihre eigenen Einstellungen zur Berufsorientierung. Zur Vorbereitung auf den Auftritt arbeiteten die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit sogenannten Meinungsmaps. Auf einer Skala positionierten sie sich zu verschiedenen Fragestellungen, beispielsweise dazu, wie groß ihre Sorge sei, dass Künstliche Intelligenz künftig Arbeitsplätze ersetzen könnte. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit den Studienergebnissen schärfte den Blick für die eigenen beruflichen Ziele und Perspektiven.
Im Mittelpunkt des Live-Workshops stand die Frage, was junge Menschen heute bei der Wahl eines Ausbildungsbetriebs wirklich begeistert. Gemeinsam mit dem Publikum wurden Erwartungen, Wünsche und auch Vorurteile rund um die Arbeitswelt diskutiert. Die Schülerinnen und Schüler berichteten dabei offen über ihre Vorstellungen von Praktika, Ausbildung und Beruf. Besonders wichtig seien ihnen beispielsweise feste Ansprechpersonen, abwechslungsreiche Tätigkeiten und die Möglichkeit, echte Einblicke in den Berufsalltag zu erhalten. Auch persönliche Zukunftspläne wurden thematisiert. So berichteten die Jugendlichen von ihren unterschiedlichen Berufswünschen – von einer Ausbildung im Pflegebereich über handwerkliche Berufe bis hin zu einem Lehramtsstudium oder kaufmännischen Tätigkeiten in der Automobilbranche.
Am Projekt und am Live-Workshop nahmen folgende Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 teil: Fritz Miegel (9d), Julian Waldhauser (9e), Amhan Bashardost, Tiana Buschendorf, Maxim Fast, Lucy Fränk, Lena Laslowska, Henry Stenbrock sowie Leyla Unger (10d).
Unterstützt und begleitet wurden die Hüllhorster Jugendlichen von Studien- und Berufswahlkoordinatorin Jana Horstmeier, die das Projekt organisiert hatte. Ihr Fazit fällt durchweg positiv aus: ,,Für mich persönlich war es beeindruckend zu erleben, wie offen und selbstbewusst die Schülerinnen und Schüler auf der Bühne gesprochen haben.“ Sie hätten authentisch vermittelt, was ihnen bei einem Praktikums- oder Ausbildungsbetrieb wichtig sei, und dem Publikum wertvolle Einblicke in ihre Sichtweisen auf Berufsorientierung und Arbeitswelt gegeben. Der Workshop habe eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es sei, jungen Menschen zuzuhören, ihre Perspektiven ernst zu nehmen und sie aktiv in die Gestaltung der Arbeitswelt von morgen einzubeziehen.
Karina Frigger








Fotos: Christian Ahrens








